Persönliches

Klaus pöchhackerVor einigen Jahren war ich bei einem Profikoch privat zum Essen eingeladen und als er nach dem Essen den mir bis dahin unbekannten Limoncello (Zitronenlikör) von einem Bauern aus Italien kredenzte, war ich vom Geschmack begeistert. Die Wirkung war auch nicht ohne und ich beschloss, so etwas einzukaufen. Die Suche dauerte nicht lange, gekauft habe ich allerdings nichts, denn auf jeder Flasche stand “Aroma” und “Farbstoffe” unter den Zutaten. Nachdem mir die Herstellung von Aromen geläufig ist, wollte ich mir so etwas nicht antun und beschloß, Zitronenlikör selbst herzustellen.
Rezepte fand ich viele, probierte auch mehrere aus und konnte nach etlichen mißlungenen Versuchen ein hervorragend schmeckendes Likörchen produzieren. Um meine Nachbarn zu Weihnachten mit etwas selbstgemachtem zu beschenken wollte ich das nachproduzieren, leider waren die Bio-Zitronen aber alle, es gab bloß noch Bio-Orangen. Da ich schon alles weitere vorbereitet hatte, entschloss ich mich es mit Orangen zu versuchen. Der bitter – süße Geschmack des Orangenlikörs war beeindruckend (fanden meine Nachbarn). Somit entstand die Idee, weiter Orangenlikör herzustellen. Zitrusblüten *copyright SOFTSLIM GmbH*

Den ließ ich einem meiner Freunde – einen Gastwirt – kosten, der vom Geschmack begeistert war und den Likör mit Prosecco vermischt erfolgreich an seine Gäste weitergab. Als ihn die Gäste zur Nachbestellung drängten erkannte ich, dass es sich bei diesem Getränk um etwas mit Potential handelt. Heute beliefere ich Betriebe vom Südburgenland in Österreich bis Norderney in Deutschland und bemerke ein steigendes Interesse an einem spritzigen Ersatz für das etwas in die Jahre gekommene Getränk aus Weisswein, Soda und einem Kräutermix auf Rhabarbergrundlage.

In meiner romantischen Vorstellung, dass ja bestimmt Hersteller von Bio-Orangensaft mit den Schalen der Früchte nichts anfangen könnten machte nach Kontaktaufnahme mit namhaften Produzenten schnell der Ernüchterung Platz: Unisono war die Auskunft, dass es bei der Produktion von Bio-Orangensaft so ablaufe, dass tiefgefrorene Konzentrate mit tiefgefrorenem Fruchtfleisch und Wasser in der Fabrik zusammengemischt würden und daher die Orangenschalen dort blieben wo sie herkamen: in Brasilien. Dies ist gegen jede meiner Vorstellungen von Bio-Ware und entspricht auch nicht meiner Vorstellung von “Regionalität”. Die von mir verwendeten Früchte kommen aus Italien und Spanien (Transportkilometer haben sie auch auf dem Buckel) aber eine Atlantiküberquerung? Das ist zu viel für mein Produkt. Orangenblüte *Copyright SOFTSLIM GmbH*

Um zu vermeiden dass Firmen (wie Hu.. Bo.. beim Getränk “HUGO”) bei der Vermarktung Schwierigkeiten machen habe ich die Gemeinschafts-Wortmarke “Orangello” beantragt. Na, das hatte ich mir leichter vorgestellt als es war, denn eine monatelange Auseinandersetzung mit dem Mobilfunkbetreiber “ORANGE” im Bezug auf Verwendung der Marke für Veranstaltungen (ich dachte dabei an “Orangello-Parties”) war die Folge. Auf Empfehlung meiner Berater zog ich die Markenanmeldung für den Bereich Veranstaltungen zurück und beließ es bei “alkoholische Getränke, ausgenommen Bier”.

Ich möchte, dass Orangello – Wiener BIO Orangenlikör den Gaumen möglichst vieler Menschen erreicht, werde den Produktionsvorgang auch weiterhin von Hand durchzuführen und auf den Einsatz von Farbstoffen, Aromen und Haltbarmachern verzichten. Meine Kunden sollen tatsächlich das erhalten, was sie erwarten.

Ich möchte Ihnen zum Mischen des Cocktails raten, BIO Sekt zu verwenden. Wenn das nicht möglich ist, darf ich Ihnen ROGER D´ANOIA CAVA empfehlen, den erhalten Sie in Österreich bei HOFER um unter fünf Euro – ein guter spanischer Sekt dessen Geschmack hervorragend mit Orangello harmoniert.

Aber Vorsicht ist geboten: nach dem zweiten Drink sind schon so manche Damen leichtsinnig geworden 🙂 Ich hoffe ich habe Sie mit diesen Infos nicht gelangweilt, wünsche Ihnen viel Spaß mit Bio-Orangello.

Klaus Pöchhacker